Mustafa war ein Connemara-Araber-Mix, der mit 7 Jahren in meinen Besitz wechselte. Ich war damals 14 und hatte auf tragische Weise meine beiden Vorgängerponies verloren. Mit Mustafa probierte ich sämtliche Sparten der Reiterei aus, um schließlich doch von allem enttäuscht nur noch Buschreiter sein zu wollen. Durch unseren gemeinsamen Weg, aber auch sein besonderes Wesen und seine Beweglichkeit, war er der Professor, der mir unbewusst den Grundstein für mein jetziges Wissen legte. 2003 begann ich die ersten praktischen Erfahrungen in der akademischen Reitkunst zu sammeln. Er begleitet mich auf diesem Weg damals 26-jährig noch 5 Jahre bis kurz vor seinem Tod mit 31.

Sandos ist ein 1993 geborener Hessenwallach, der in dem Pensionstall zur Welt kam, in den ich mit Mustafa 1998 einzog. Als erstgeborenes Fohlen hat er immer einen Sonderstatus bei seiner Besitzerin behalten, die ihn mir 6-jährig zur Ausbildung anvertraute. Durch einen schlimmen Unfall und eine angeborenen Bockhufigkeit hat er seit frühester Jugend verkrüppelte Vorderbeine. Durch seine sehr sensilble, freundliche und stets lernwillige Art konnte ich ihn im Laufe der Jahre bis zur Ritterprüfung fördern. Hierbei war es nun besonders wichtig, ihn nicht auf seine vorbiegigen Vorderbeine kommen zu lassen. Für dieses Pferd war und ist die AR die einzige Art geritten zu werden. Die Ausbildung bis zur Prüfungsreife erfolgte ausschlieslich auf Hackamore, da er aufgrund seiner Sensibilität keinerlei Mundstück zuließ. Erst 3 Monate vor unserem Prüfungsritt mit damals 16 Jahren akzeptierte er die akademische Kandare und hat mit diesem feinen Werkzeug einen wirklichen Feinschliff erhalten.

Shanina ist die 3 Jahre jüngere Vollschwester zu Sandos und seit 2004 in meinem Besitz. Leider hat auch sie eine ausgeprägte Schiefe in Ihrem Körper und ein chronisches Lungenleiden. Durch die jahrelange Schule des Hineinspürens und Erfragens, was das Pferd in Lage ist, zu geben, konnte ich ihre Körperpartien zumindest während der Arbeit immer besser aufeinander ausrichten, so dass ihre ausgeprägte Verwerfung im Genick nur noch dem geschulten Auge sofort auffällt. Shanina weiß leider gar nicht, wie gut sie ist und liefert manchmal nur freudlos ab. Je nach Hormonlage habe ich täglich ein anderes Pferd. Mittlerweile kenne ich aber all ihre Persönlichkeiten. Bei ihr ist die Kunst, Körper und Geist als Partner zu bekommen, die größte Herausforderung.

Daria ist Shaninas einziges Fohlen und wurde 2008 geboren. Sie besitzt die gleiche extrem feine Sensibilität wie Sandos aber charakterlich vermehrt das Benehmen der Mama. Leider hat sie die Bockhufe und empfindliche Atemwege gleich auch noch geerbt. So hat sie mit ihren erst 7 Jahren schon ein Jahr krank pausiert. Angeritten habe ich sie vorsichtig im Alter von vier. Seit kurzem üben wir das Reiten auf blanker Kandare, was sie jetzt wesentlich neugieriger auf meine Hilfen macht und schon recht schön klappt. Mit ihren feurigen Augen und ihrem ausgeprägten Ohrenspiel kommuniziert sie manchmal sehr kokett, ist aber eher wie der kleine kläffende Chihuahua einzustufen, der dann sofort auf Muttis Arm hoch muss, wenn´s brenzlig wird. Alles in allem ist sie einfach ein besonderer Schatz 

Jonny ist ein 12-jähriger Quarter-Haflinger-Mix, der für seinen langen Körper einfach nur zu kurze Beine hat. Aber er hat Kraft und Leistungswillen und kann seine Hanken sehr gut beugen, so dass er mittlerweile recht zuverlässig Levaden schafft. Mit ihm gehen sprichwörtlich die Gäule durch, denn mutig ist er keineswegs. Aber es ist in unserer Herde wohl wie bei den Menschen auch: Er wird von allen Stuten verehrt, ob seines tollen Körpers und Art, sich zu bewegen. Sicher hat er auch immer einen flotten Spruch drauf! Ist dann aber auf dem Nach-Hause-Weg etwas anders als vorher, muss Shanina erst die Gefährlichkeit überprüfen, bevor der Herr die Beine in die Hufe nimmt und vorbeirennt.

In meinen Besitz ist er 2011 gewechselt, da seine Besitzerin eigentlich nie wirklich Zeit für ihn hatte und ich mich schon pflegerisch längere Zeit um ihn kümmerte. Daher kam ich in den Genuss ein erwachsenes Pferd mit 7 Jahren zu starten und einzureiten.

Campanilla trat 2016 in mein Leben. Ich sah ein - zugegebenermaßen sehr hässliches - Foto von einer halbverhungerten 4-jährigen Spanierstute, welche komplett roh war und musste sie haben. Sie wirkte wie eine Zweijährige und ich hoffte insgeheim auf etwas mehr Wachstum. Charakterlich hat sie mich schon bei der AKU auf einer Serpentinenstrasse im Dreiländereck bei tosendem Gewitter überzeugt. Dann fuhr sie die 300 km von ihrer Zwischenstation bis zu uns mit mir alleine so souverän und büßte bisher nichts von ihrem Vertrauen und Selbstbewusstsein ein.

Nach 1,5 Jahren Kindergarten und Grundschule mit Alltäglichem und auch akademischer Boden-, Longen- sowie Handarbeit habe ich sie vorsichtig eingeritten. Hier gehen wir sehr kleinschrittig und oftmals wieder am Anfang startend vor, da sie auf dem Platz und in unserer Halle doch sehr geräuschempfindlich und dann in ihren Reaktionen überschießend ist. Auch kennt sie bereits kleinere Ausritte als Hand- und Reitpferd. Vornehmlich besteht unsere Arbeit also noch in entspannt sein, dabei mittlerweile aber kontinuierlich im Tempo bleiben zu können und sich gerade richten zu lassen. Da sie vom Boden gut vorbereitet ist, sind Seitengänge für sie auch unter dem Reiter völlig simpel, sofern sie entspannt und durchlässig ist. Hier macht es als etwas erfahrene Reiterin richtig Spaß, die neue Form nur im eigenen Körper zu suchen und das Pferd folgt ganz natürlich

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